Frage: Herr Pampel, viele Anleger lagern ihr Gold in der Schweiz, in Liechtenstein oder sogar in Singapur. Warum raten Sie klar davon ab, Gold im Ausland zu verwahren?
Chris Pampel: Weil man damit Kontrolle und Zugriff aus der Hand gibt. Gold ist ein Krisenmetall. Es nützt mir nichts, wenn ich es in einer Krise nicht physisch erreichen kann, weil es tausende Kilometer entfernt in einem anderen Rechtssystem liegt – vielleicht sogar in einem Land, das gerade die Kapitalausfuhr begrenzt. Gold braucht Nähe. Wer sein Vermögen schützen will, sollte es nicht in politische oder logistische Abhängigkeit bringen.
Frage: Aber ist die Schweiz nicht gerade wegen ihrer Stabilität als Lagerort beliebt?
Pampel: Die Schweiz ist zweifellos ein gut geführtes Land – aber es bleibt ein anderes Land mit eigener Gesetzgebung und Notfallplänen. In einer echten globalen Krise kann es sein, dass Goldtransporte gestoppt, Auslieferungen verzögert oder sogar blockiert werden. Wer weiß schon, welche Rolle Neutralität in einem ernsthaften Finanzsystemkollaps noch spielt? Das ist ein kalkulierbares Risiko – und aus unserer Sicht unnötig.
Frage: Gibt es rechtliche Unterschiede bei der Lagerung im In- und Ausland?
Pampel: Absolut. In Deutschland haben Anleger Eigentumsrechte mit starker Rechtsposition. Bei der Lagerung im Ausland – gerade in Sammellagern – ist oft nicht klar, ob man überhaupt juristisch gesehen Alleineigentümer eines konkreten Goldstücks ist. Im Zweifel ist es ein Treuhandverhältnis – mit Ausfallrisiko. Zudem drohen steuerliche Unsicherheiten, z. B. bei Nachweisproblemen gegenüber dem Finanzamt.
Frage: Und was ist mit dem Schutz vor Enteignung oder einem Goldverbot? Könnte das in Deutschland nicht auch passieren?
Pampel: Es ist theoretisch nie ausgeschlossen, aber in einem solchen Szenario wäre die Auslandsverwahrung erst recht problematisch. Dann müsste man das Gold ja nach Deutschland holen, um es zu deklarieren – und das könnte blockiert sein. Zudem hat Deutschland in der Nachkriegsgeschichte noch nie ein privates Goldverbot ausgesprochen. Wer allerdings glaubt, ein Verbot im Inland durch Lagerung im Ausland zu umgehen, unterschätzt den internationalen Informationsaustausch und die Sanktionsmechanismen.
Frage: Was macht die Pato GmbH anders?
Pampel: Wir lagern physisches Gold ausschließlich in deutschen Hochsicherheits-Tresoren – transparent, versichert, mit direktem Zugriff durch den Kunden. Keine Briefkastenfirmen, kein Ausland, keine „Papiergold“-Versprechen. Unser Credo lautet: „Gold gehört zu seinem Besitzer – nicht zu seinem Verwalter.“
Frage: Was sagen Sie zu Anbietern, die mit „Steuervorteilen im Ausland“ werben?
Pampel: Vorsicht! Oft sind diese „Vorteile“ nur dann real, wenn man das Gold nie wieder anfasst – was dem Sicherheitsgedanken ja widerspricht. Und spätestens bei einem Verkauf oder einer Rückführung nach Deutschland wird der Fiskus sehr genau hinschauen. Wir raten: Lieber rechtskonform, nachvollziehbar und lokal – dann gibt es keine bösen Überraschungen.
Frage: Ihr abschließender Rat an Anleger, die heute Gold kaufen wollen?
Pampel: Kaufen Sie echtes Gold – also Barren oder Münzen –, besitzen Sie es zu 100 %, und lagern Sie es in Deutschland. Verlassen Sie sich nicht auf Banken oder Hochglanzbroschüren. In der Krise zählt, was Sie kontrollieren können. Und Kontrolle fängt bei der Lagerung an.
Vielen Dank für das Gespräch, Herr Pampel.
Pampel: Ich danke Ihnen.
