Exklusiv-Interview mit Helmut Longner: „Gold bleibt das Fundament jeder soliden Vermögensstrategie“

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Helmut Longner ist ein renommierter Vermögensberater, Edelmetallexperte und langjähriger Beobachter der internationalen Finanzmärkte. Im Interview spricht er über die Rolle von Gold in unsicheren Zeiten, langfristige Werterhaltung – und warum Gold mehr als nur ein Krisenmetall ist.

Frage: Herr Longner, Sie gelten als überzeugter Gold-Investor. Warum ist Gold aus Ihrer Sicht heute noch immer ein gutes Investment?

Helmut Longner: Ganz einfach: Weil Gold ein wertstabiles, schuldenfreies und weltweit anerkanntes Sachwert-Investment ist. In einer Zeit, in der wir mit Inflation, geopolitischer Unsicherheit und überbordender Staatsverschuldung zu kämpfen haben, ist Gold eine der wenigen Anlagen, die kein Gegenparteirisiko trägt. Es ist keine Forderung, kein Versprechen – es ist wert in Reinform.

Frage: Kritiker sagen oft: Gold wirft keine Zinsen ab. Warum sollte man es dann überhaupt kaufen?

Longner: Gold ist keine Ertragsanlage, sondern ein Wertspeicher. Es geht bei Gold nicht um Rendite in klassischen Prozentpunkten, sondern um Kaufkrafterhalt über Generationen hinweg. Denken Sie an einen Maßanzug oder einen hochwertigen Maßanzug vor 100 Jahren – dafür zahlten Sie etwa eine Unze Gold. Heute? Ebenfalls etwa eine Unze Gold. Das ist Werterhalt in Reinkultur

Frage: Sie sprechen oft von Gold als „Versicherung“. Gegen was genau?

Longner: Gegen Systemrisiken. Also gegen das, was Banken, Aktienmärkte oder Währungen treffen kann: Währungsabwertungen, Finanzkrisen, politische Schocks. Gold ist weltweit liquide, anonym handelbar und historisch betrachtet in jeder Krise gestiegen – ob es die Hyperinflation in Deutschland war, der Börsencrash 2008 oder die jüngsten geopolitischen Spannungen.

Frage: Wie sehen Sie die aktuelle wirtschaftliche Lage – und welche Rolle spielt Gold dabei?

Longner: Wir haben eine verdeckte Inflation, eine Zinslandschaft in der Sackgasse, Staaten mit rekordhohen Schuldenquoten und eine Entkopplung der Finanzmärkte von der Realwirtschaft. In diesem Umfeld suchen Anleger nach Stabilität – und genau das verkörpert Gold. Es ist nicht zufällig, dass Notenbanken weltweit ihre Goldreserven aufstocken. Warum tun sie das wohl?


Frage: In welchem Umfang empfehlen Sie privaten Anlegern, in Gold zu investieren?

Longner: Es gibt keine pauschale Antwort, aber für den langfristigen Vermögensschutz empfehle ich meist 10–20 % des liquiden Vermögens in physischem Gold zu halten – also in Barren oder Münzen. Und zwar zugriffsbereit, außerhalb des Bankensystems. Wer darüber hinausgehen will, kann auch Anteile an Goldminen oder ETFs ins Auge fassen – aber das ist dann schon eine andere Risikoklasse.

Frage: Viele junge Anleger setzen derzeit eher auf Kryptowährungen. Ist Gold nicht „oldschool“?

Longner (lacht): Das mag sein, aber Gold ist das einzig bewährte Geld der Menschheitsgeschichte. Seit über 5.000 Jahren hat es sich als Tauschmittel, Wertspeicher und Krisenwährung bewährt. Kryptowährungen sind spannend – aber sie sind technisch, spekulativ und hochvolatil. Wer ernsthaft Vermögen sichern will, wird um Gold nicht herumkommen.

Frage: Gibt es einen idealen Zeitpunkt, um in Gold einzusteigen?

Longner: Der beste Zeitpunkt war immer „gestern“, der zweitbeste ist heute. Gold ist kein Spekulationsobjekt, sondern ein strategischer Baustein. Man sollte Gold nicht kaufen, wenn es laut knallt – sondern davor. Und idealerweise regelmäßig, zum Beispiel über einen Goldsparplan. Timing ist weniger wichtig als Disziplin.

Frage: Abschließend: Was sagen Sie jemandem, der noch nie in Gold investiert hat?

Longner: Ich sage: Beginnen Sie klein, aber beginnen Sie. Gold ist keine Frage von Gier, sondern von Verantwortung. Für sich selbst, für Ihre Familie, für Ihr Vermögen. Es macht unabhängig, sicherer – und es gibt ein gutes Gefühl, wenn man einen Teil seines Geldes nicht nur sieht, sondern auch in der Hand halten kann.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Longner.

Longner: Ich danke Ihnen.

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